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101. Zwickauer Montagsdemo am 25.09.2006

Klaus Wallmann sen. || Datum: 26.09.2006

101. Zwickauer Montagsdemo am 25.09.2006

12 Teilnehmer trafen sich gestern zur 101. Zwickauer Montagsdemo, um ihren Protest gegen die volksfeindliche Politik der Merkel-Müntefering-Regierung fortzusetzen. Weitere Passanten verfolgten während der gesamten Demo die Diskussionsbeiträge, die sich diesmal hauptsächlich mit dem Thema Lehrstellen-Misere beschäftigten.

Der Sprecher des Aktionsbündnisses ging besonders auf die Lage in Zwickau und Umgebung ein, die allerdings für die Lehrstellensuchenden nicht rosiger ist als anderswo in Deutschland. Am Beispiel von VW Mosel machte er deutlich, daß die, die in den Medien lauthals den drohenden Mangel von Facharbeitern beklagen, selbst sehr wenig tun. So hat VW Mosel gerademal eine Ausbildungsquote von einem Prozent. Die Forderung nach einer Ausbildungsquote von 10 Prozent ist weiterhin zu stellen, denn eine ausschließlich theoretische Ausbildung kann die Erfahrungen in der Praxis nicht ersetzen.

Kritisch beschäftigten sich die Montagsdemonstranten mit der jüngst veröffentlichten Shell-Studie, die der Jugend ein großes Potential bescheinigte. Betont wurde, daß selbst diese bürgerliche Studie mit dem Vorurteil aufräumen mußte, daß die Jugendlichen die Schuld für ihre schlechten Zukunftsaussichten bei den Eltern suchen. Aufgeräumt wurde auch mit der Behauptung, daß Fleiß und Leistungsbereitschaft entscheidend für die Bildungs- und Zukunftschancen seien. Über 80 Prozent der Jugendlichen halten den sozialen Status der Eltern für entscheidender.
Bemerkenswert die sehr große Distanz zu den bürgerlichen Parteien, die eine große Mehrheit zum Ausdruck brachte, wobei 39 Prozent dennoch ihr Interesse an Politik bekunden. Prof. Hurrelmann sprach von einer "untergründigen Unruhe" und mußte eingestehen, daß eine Protestbewegung der Jugend wie in Frankreich "durchaus an der Tagesordnung" ist.

Ein Teilnehmer verlas am Schluß der Demo den Aufruf des "Bündnis 3.Juni", mit dem dieses zu den vom DGB initiierten Aktionen am 21.10.2006 in Berlin, Dortmund, Frankfurt, München und Stuttgart aufruft. Im Gegensatz zum wachsweichen Aufruf von DGB-Chef Sommer, den er einer heftigen Kritik unterzog, erklärte sich der Teilnehmer mit den Forderungen des "Bündnis 3.Juni" - die in weiten Teilen denen der Montagsdemo-Bewegung gleichen - einverstanden, und sprach sich dafür aus, diesen Aufruf zu unterstützen, zu verbreiten und zu den DGB-Aktionen zu mobilisieren. Wörtlich sagte er zum Schluß: "Lassen wir den DGB die logistische Arbeit machen, ich halte das sowieso für seine verdammte Pflicht und Schuldigkeit. Doch den Inhalt der Demos und ihren Charakter, den sollten wir bestimmen - mit unseren Losungen, mit unseren Forderungen. Gehen wir über die reformistischen Führer hinweg, die noch immer die Gewerkschaften als "Ordnungsfaktor" dieses Staates betrachten, was sie bei den jüngsten Verhandlungen in der Stahltarifrunde erneut bewiesen haben. Konfrontieren wir Herrn Sommer am 21.10. bei seiner Rede in Stuttgart mit den Forderungen des "Bündnis 3. Juni" und der Montagsdemos, damit ihm klar wird, was wir wirklich wollen.

10 Euro Mindestlohn pro Stunde!
30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich!
Weg mit Hartz IV!
Schluss mit den "Reformen" gegen uns!"

Die Zwickauer Montagsdemonstranten stimmten dem Redner zu. Über den Regionalverband des DGB soll nun in Erfahrung gebracht werden, inwieweit die Fahrt zur Demo nach Berlin unterstützt bzw. organisiert wird.

Da am nächsten Montag die erste Montagsdemo in Glauchau stattfinden soll, wurde beschlossen, mindestens einen Teilnehmer der Zwickauer Montagsdemo nach Glauchau zu delegieren, um unserer Solidarität Ausdruck zu geben.

Frau Merkel und ihre Mannen setzen die Schrödersche "Reformpolitik" fort. Von der "Politik der kleinen Schritte" sind sie zur "Politik der großen Grausamkeiten" übergegangen. Betroffen werden in naher Zukunft auch viele sein, die (noch) keinen ALG-II-Antrag ausfüllen müssen. Deshalb: gehen auch Sie zur Montagsdemo! Gegen eine volksfeindliche Regierung hilft nur der Widerstand der Regierten. Hartz IV muß weg!

Klaus Wallmann sen.

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