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Zur Lage der Montagsdemos (17.07.2006)

rf news online || Datum: 20.07.2006

Zur Lage der Montagsdemos (17.07.2006)

Gestern war Gelsenkirchen dran mit einem begeisternden Fest der hundersten Montagsdemo in Folge mit 200 festen Teilnehmern. "Zwischen den neu gepflanzten Bäumen flatterte unser Motto 'Weg mit Hartz IV - Das Volk sind wir!' im Wind", heißt es im Bericht und weiter: "Mit Stolz auf das große Durchhaltevermögen gegen Wind und Wetter, gegen Behinderungen durch Stadt und Polizeiwillkür, gegen das Totsagen durch die Presse, feierten wir mit Verpflegungs- und Infoständen von WASG, Frauenverband Courage, AUF Gelsenkirchen, MLPD, Jugendverband REBELL, People to People und der Mieterinitiative Tossehof ein rauschendes Fest. In einem feierlichen Akt wurden alle Aktivisten der Montagsdemonstration von den Moderatoren, Ordnern, Spendensammlern, Musikern und Sängern geehrt und ihr uneigennütziger Einsatz gewürdigt, ohne den die Montagsdemonstration nicht stattfinden könnte."

Wie in Essen, Esslingen, München, Saarbrücken prangerten viele Montagsdemonstranten den grausamen Überfall Israels auf Palästina und den Libanon an, der durch die imperialistischen Länder einschließlich der Merkel/Müntefering-Regierung gestützt wird.

Innen- wie außenpolitisch, so wurde betont, sei es kein Wunder, dass sich die Regierung im Stimmungstief befinde und die CDU und SPD Zehntausende ihrer Mitglieder verliere, weshalb sie sich auch nicht traue, mit allen "Grausamkeiten" auf einmal herauszurücken. So wird auf allen Montagsdemos bereits intensiv zum Sternmarsch gegen die Regierung am 16. September aufgerufen.

Dafür schreiben sich derzeit auch Montagsdemos selbst als Erstunterzeichner des Aufrufs ein und gewinnen weitere. Die Resonanz aus den Betrieben unter den 129 Erstunterzeichnern nimmt zu. (Mehr dazu unter www.bundesweite-montagsdemo.com)

Die Polizei hielt sich an diesem Montag auffällig zurück, auch in Hannover. Für den wegen des Lautsprechereinsatzes angeklagten Versammlungsleiter, Kurt Kleffel, wurden "seit dem 8. Juli 270 Unterschriften gesammelt", so schreibt der Korrespondent aus Hannover, "davon ca. 170 in Hannover. Rund 100 wurden uns im Laufe der Woche aus Braunschweig, Bremen, Magdeburg und Wilhelmshaven zugeschickt. Dabei waren auch noch Solidaritäts-Erklärungen aus Braunschweig und Magdeburg, die dort am letzten Montag verabschiedet worden waren". Und gestern folgten weitere, so aus Dortmund. In Stuttgart wurde der aus dem gleichen Grund gegen Volker Zintgraf verhängte Strafbefehl gerichtlich aufgehoben und dieser Erfolg auf der Montagsdemo gefeiert!

Stolz, selbstbewußt, mit den Trümpfen einer soldarischen Streitkultur wurde eine erfolgreiche Bilanz gezogen über zwei Jahre als lebendige Seele des Unmuts gegen die Regierungspolitik.

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