rz-Logo

Zur Lage der Montagsdemos (12.06.2006)

rf news online || Datum: 13.06.2006

Zur Lage der Montagsdemos (12.06.2006)

"Gelungener Anpfiff für die WM – Rote Karte für Hartz IV-Parteien!" - so das Motto der Essener Montagdemo. Selbstbewusst begrüßten auch die Montagsdemonstranten in Kassel, Darmstadt, Dortmund und Duisburg mehrsprachig die internationalen WM-Gäste. Gleichzeitig forderten viele Redner am offenen Mikrofon auf, aufzupassen, was die Regierung hinter dem bunten WM-Feuerwerk an Grausamkeiten durchzieht, wie die neue Gesundheits"reform".

In der WM-Stadt Gelsenkirchen hatte die Polizei ganz offensichtlich die Montagsdemo "vergessen". "Also demonstrierten wir selbständig, regelten den Verkehr, sperrten Straßen usw..", heißt es im Bericht und dass dies ausgezeichnet funktionierte. Vor allem gab es "immer wieder freudige Zusammentreffen mit Fußballfans. Alle freuten sich über den erfolgreichen Samstag, wo Tausende Gelsenkirchener gegen den Faschistenaufmarsch aufstanden und die Einwohner des Stadtteils Ückendorf einen Einmarsch der Nazis erfolgreich verhinderten." Über diesen Erfolg wurde auf vielen Montagsdemos in NRW stolz als aktiven Beitrag zur Völkerfreundschaft gerade in der WM-Zeit berichtet.

Der Kampf der Montagsdemos gegen die Neonazis geht natürlich weiter. So berichtet die wieder stattfindende Montagsdemo in Haldensleben, dass sie erfolgreich eine Gruppe von 30 Neonazis abgedrängt haben, obwohl die Polizei deren Duldung auf der Montagsdemo verlangt, weil die Nazis ja auch gegen Hartz IV aufträten und damit angeblich "dieselben Ziele wie die Montagsdemo verfolgen".
Montagsdemonstranten arbeiten entschieden auf antifaschistischer Grundlage. Verschärfung der 1-Euro-Zwangsarbeit zur Zwangsarbeit in "Arbeitslagern für Arbeitsunwillige", Ausländerhetze, Terror gegen die Arbeiterbewegung und ihre Organisationen, das sind die Ziele der Nazis. Es ist empörend, dass die Haldenslebener Polizei diesen Leuten überhaupt demokratische Rechte einräumt.

In Berlin, Wuppertal und Dortmund wurde der Entwurf des Aufrufs der Bundesweiten Montagsdemos zum Sternmarsch am 16. September in Berlin vorgetragen und mit viel Zustimmung aufgenommen. Bis zum 20. Juni können die Montagsdemonstrationen ihre Vorschläge zum Aufruf an die bundesweite Koordinierungsgruppe melden. Auch Organisationen, die die Demonstration unterstützen wollen, können ihre Vorschläge einbringen. Bereits jetzt können Erstunterzeichner angesprochen werden.

Duisburg steht "hoher Besuch" ins Haus. Bundespräsident Köhler besucht die ARGE. Für den Protest dagegen streben Montagsdemo und Erwerbslosenvereine ein breites Bündnis mit anderen Initiativen und Vereinen, gewerkschaftlichen Vertrauenskörpern und Parteien an.

In den kommenden Wochen stehen viele Straßenfeiern zu den 100. Montagsdemos an, in denen all die neuen Ideen, die neuen Freunde, Verbindungen und Bündnisse sozusagen als Höhepunkt der Frühjahrsoffensive zum Tragen kommen.

Zurück Ihre Meinung ist gefragt. Zum Anfang