rz-Logo

Zur Lage der Montagsdemos (03.04.2006)

rf news online || Datum: 05.04.2006

Zur Lage der Montagsdemos (03.04.2006)

"Wir müssen kämpfen wie in Frankreich - und so organisiert wie die Montagsdemos", so brachte die Montagsdemo in Herne die Stärken der Kämpfe in Frankreich mit den Stärken in Deutschland in Verbindung. In Gelsenkirchen wurde darüber diskutiert, eine "Frühjahrsoffensive" zu starten: Mit einem neuen Flyer, einer Homepage und nicht zuletzt mit dem warmen Frühlingswetter im Rücken.

An den offenen Mikrofonen ging es dieses Mal vor allem um die "Reformoffensive" der Regierung und die notwendige Stärkung der Montagsdemonstrationen für den gemeinsamen Kampf gegen die geplante "Gesundheitsreform", die Senkung des Arbeitslosengelds II, die weitere Zerschlagung sozialer und tariflicher Errungenschaften und den Abbau bürgerlich-demokratischer Rechte und Freiheiten.

Auch die Kämpfe der Metaller und Verdi-Kollegen spielten wieder eine wichtige Rolle. So wird aus Dortmund berichtet: "Die kämpferische Stimmung vom heutigen Warnstreikauftakt der Metaller sprang auf die Montagsdemo über: Mehrere Kollegen berichteten über Autokorsos und Kundgebung. (...) Wir hörten einen begeisternden Bericht von einem Augenzeugen des landesweiten Streik- und Protesttags aus Paris letzte Woche ..."

Die Zukunft der Jugend war ebenfalls wieder Thema: In Wuppertal und Herne hatten am Montag tagsüber schon Demonstrationen und Aktionen im Rahmen der "Volksinitiative" gegen die Kürzungen im Jugendbereich stattgefunden. In Herne wurde diese Demo mit mehreren hundert Teilnehmern vor allem von Kindern, Jugendlichen und Frauen organisiert. Am offenen Mikrofon sprach bei der Montagsdemo der Vorsitzende des Stadtjugendrings. In Ludwigshafen besuchten Aktivisten der Montagsdemo verschiedene Kindertagesstätten sowie einen Jugendtreff und luden zur Montagsdemo ein.

In Gelsenkirchen wurden Mitglieder des Jugendverbands REBELL zu der in den Massenmedien für reaktionäre Stimmungsmache und Spaltung genutzten Auseinandersetzung über Gewalt an Schulen interviewt. Sie sprachen sich gegen Spaltungsversuche zwischen ausländischen und deutschen Jugendlichen aus, machten aber auch klar, dass Auseinandersetzungen z.B. mit Macho-Verhalten von ihnen in der Schule offen ausgetragen werden - und zwar erfolgreich!

Diskutiert wurden bei verschiedenen Montagsdemonstrationen auch die zunehmenden Maßnahmen der Regierung zur Unterdrückung kämpferischer Kräfte. Umso wichtiger ist die Organisierung der Solidarität mit den sechs Kolleginnen und Kollegen beim Klinikum in Duisburg, gegen die wegen ihrer Beteiligung an Solidaritätsstreiks Kündigungsanträge gestellt wurden. Das ist ein Angriff auf die gesamte Arbeiterbewegung und ihre demokratischen Rechte.

Das liegt auch auf einer Linie mit der versuchten Kriminalisierung von Repräsentanten der Montagsdemo-Bewegung und bekannten Marxisten-Leninisten. In Wuppertal und Gelsenkirchen wurde diskutiert, sich darauf einzustellen, gegen mögliche Demonstrationsverbote während der Fußball-WM zu kämpfen, und dass im Gegenteil diese Zeit mit Besuchern aus aller Welt hervorragend genutzt werden kann, der hiesigen Montagsdemo-Bewegung internationale Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Zurück Ihre Meinung ist gefragt. Zum Anfang