rz-Logo

Zur Lage der Montagsdemos (06.03.2006)

rf news online || Datum: 09.03.2006

Zur Lage der Montagsdemos (06.03.2006)

Im Mittelpunkt der gestrigen Montagsdemonstrationen, vor allem in Nordrhein-Westfalen, stand die aktuelle Situation im Bergbau. Aus Herne wird berichtet: "Top-Thema der Herner Montagsdemo war diesmal 'Steht der Bergbau vor dem Aus?'. Gerade in Herne und Wanne-Eickel als 'Heitkamp-Stammsitz' verfolgt die Bevölkerung die drohende Insolvenz von Heitkamp-Deilmann-Haniel besorgt. Am Offenen Mikrofon berichtete eine Beschäftigte der DSK-Hauptverwaltung, dass dort schon mehrere hundert Kollegen 'outgesourct' wurden; die Nichtübernahme und damit faktische Massenentlassung von 600 DSK-Azubis wurde kritisiert.

All das bildet eine Kette, an deren Ende das Aus für die Arbeitsplätze aller Kumpel (und ihrer Familien) und der vielen daran hängenden Beschäftigten bei Zulieferern stehen würde. Und das, weil die RAG mit ihrem Börsengang künftig auch ganz offiziell 'richtig' Profit einheimsen will. In allen Beiträgen wurde der Protest der Kumpel unterstützt. Eine Lehrerin berichtete im Anschluss, dass sich bei ihr von einem Tag auf den anderen 30 Schüler fanden, die morgen aus Solidarität mitfahren wollen, schon alles organisiert ist, Eltern eingeladen werden usw."

Kämpferische Kundgebung vor der RAG-Zentrale: "Wir waren nicht das letzte Mal hier!"
Im Bergbau drohen Massenentlassungen

Bei der Dortmunder Montagsdemo wurde von heißen Debatten in der Belegschaft bei DBT (Deutsche Bergbau Technik) über die Beteiligung an diesem Marsch in Essen und von einer am 6.3. bei der Belegschaftsversammlung bei HSP (Hoesch Spundwand und Profile) verabschiedeten Solidaritätserklärung berichtet. Auch in Gelsenkirchen ließen die 150 Demonstranten keine Zweifel daran, dass den Kumpels und ihren Familien die volle Solidarität der Montagsdemonstrationen und des ganzen Ruhrgebiets sicher ist. Bereits am letzten Samstag hatte sich die 4. bundesweite Delegiertenkonferenz der Montagsdemo-Bewegung mit dem Kampf der Bergleute solidarisiert.

Der gemeinsame Kampf von Arbeitslosen und Arbeitenden ist ein Markenzeichen der Montagsdemonstrations-Bewegung. Am 6.3. spielte denn auch die Solidarität mit den streikenden Verdi-Kollegen wieder eine wichtige Rolle, wie in Stuttgart, wo gestern auch 25.000 Verdi-Gewerkschafter demonstrierten. In Essen nahm eine ganze Delegation von Streikenden des Klinikums an der Montagsdemo teil. Sie berichteten über die vierte Streikwoche und sangen ihr selbst getextetes Streiklied.

Ein Thema war bei verschiedenen Montagsdemonstrationen auch der Angriff auf die Frauen- und Familienpolitik der Regierung (unter anderem in Duisburg, Wuppertal, Darmstadt, Ludwigshafen, Dortmund und Essen). Geworben wurde für die Beteiligung an gemeinsamen kämpferischen Straßenaktionen und Veranstaltungen am 8. März. Allen Mitstreiterinnen herzliche Grüße zum Internationalen Frauentag.

Auf verschiedenen Montagsdemonstrationen gab es auch schon erste Berichte der Delegierten von der 4. bundesweiten Konferenz in Hannover. In München, Wuppertal und Gelsenkirchen wurde der Kandidatur von Mitstreitern, die sich zur Kandidatur für die bundesweite Koordinierungsgruppe zur Verfügung gestellt hatten, nachträglich per Abstimmung zugestimmt. Es gehört zu den Prinzipien der direkten Demokratie der Montagsdemonstrations-Bewegung, dass ihre Delegierten gewählt werden und die Kandidaten für bundesweite Aufgaben die Zustimmung ihrer Montagsdemonstration haben. (Weitere Informationen: www.bundesweite-montagsdemo.com)

Zurück Ihre Meinung ist gefragt. Zum Anfang