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68. Zwickauer Montagsdemo am 16.01.2006

Klaus Wallmann sen. || Datum: 17.01.2006

68. Zwickauer Montagsdemo am 16.01.2006

Der "harte Kern" der Zwickauer Montagsdemo ließ sich von der Kälte auch gestern nicht abschrecken, und so demonstrierten erneut zwölf Menschen gegen den fortgesetzten Sozialkahlschlag durch die "christlichen" und "sozialdemokratischen" "Volksvertreter" und gegen Hartz IV.

Der Sprecher der Zwickauer Montagsdemo machte mit klaren Worten deutlich, daß alle, die an dieser Demo teilnehmen, nicht unter die regierungsamtliche und dennoch demagogische Kategorie der "Sozialschmarotzer" des seligen Herrn Clement fallen. Sie alle haben gearbeitet, haben ausgezeichnete Zeugnisse, doch nachdem ihre Betriebe Arbeitsplätze abgebaut hatten oder ganz schlossen, standen sie auf der Straße. Viele, die um die 50 Jahre alt sind, haben in diesem System keine Chance mehr auf einen neuen Arbeitsplatz. Doch auch mit Almosen wollen sie nicht abgespeist werden, sie wollen arbeiten. Und zwar mit einem Lohn, der ihnen ein selbständiges Leben ermöglicht. Der Sprecher der Montagsdemo stellte in diesem Zusammenhang die Forderung, das Geld, das die Firmen für die sogenannten "Ein-Euro-Jobs" bekommen, vollständig an die derart "Beschäftigten" ausgezahlt werden, wenn sie schon in solche "Arbeitsverhältnisse" gezwungen" werden.

Dafür erhielt er nicht nur von den aktiven Teilnehmern, sondern auch von den zahlreichen Passanten herzlichen Beifall. Eine am offenen Mikrofon befragte Frau erklärte, daß diese Verhältnisse eine Schande für ein so reiches Land wie Deutschland sind. Für viele Jugendliche bietet diese Politik keine Perspektive.
Ein weiterer Teilnehmer griff dieses Stichwort auf, und verwies auf die jüngste Äußerung der neuen Arbeitsamt-Chefin, die in einem Zeitungsinterview erklärt hatte, das Ausbildungsproblem habe sich für Zwickau erledigt. "Erledigt" hat es sich allerdings nur durch massive Schönrednerei, denn lediglich die Hälfte der Jugendlichen erhielten einen regulären Ausbildungsplatz, der Rest ist in überbetrieblichen Einrichtungen bzw. anderen Überbrückungsmaßnahmen verschoben worden.

Eine Teilnehmerin wies auf eine am 18.01. um 14.00 Uhr im Gewerkschaftshaus stattfindende Gesprächsrunde mit dem OB Vettermann hin, bei der es um Fragen von ALG-II-Empfängern gehen soll. Sie lud alle Zuhörer zu der Veranstaltung in der Bahnhofstr. 68-70 ein, bei der auch die Fraktionsvorsitzenden Rede und Antwort stehen würden.

Hingewiesen wurde auch auf einen Aufruf des DGB, der unter der Losung "Europa JA, Sozialdumping NEIN" zur Demonstration am 11.02. in Berlin aufruft. Dabei geht es um die Verhinderung der sogenannten Bolkestein-Richtlinie, wozu auch auf die Berliner Regierung Druck ausgeübt werden muß. Für die Fahrt nach Berlin bietet der DGB die Möglichkeit kostenlose Busse zu benutzen, die um 06.00 Uhr ab Gewerkschaftshaus fahren. Anmelden kann man sich unter Tel. 0375 - 2736306.

Zur Bewertung des DGB-Aufrufs siehe: Nach Straßburg gegen Bolkestein-Richtlinie

Zum Abschluß lud der Sprecher der Montagsdemo alle Bürger Zwickaus und Umgebung zur nächsten Montagsdemo am 23.01.2006 um 17 Uhr vor den Arcaden / Drogerie Müller in der Inneren Plauenschen Straße ein.

Frau Merkel und ihre Mannen setzen die schrödersche "Reformpolitik" fort. Betroffen werden in naher Zukunft auch viele sein, die (noch) keinen ALG-II-Antrag ausfüllen müssen. Deshalb: gehen auch Sie zur Montagsdemo! Gegen die Winterkälte helfen ein warmer Pullover und dicke Socken. Gegen eine volksfeindliche Regierung hilft nur der Widerstand der Regierten. Hartz IV muß weg!

Klaus Wallmann sen.

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