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Leserbrief zu den Arbeitslosenzahlen vom Februar

Klaus Wallmann sen. || Datum: 02.03.2006

Leserbrief zu den Arbeitslosenzahlen vom Februar

Wie im Januar macht man weiter in "Optimismus". So sind die am Dienstag verkündeten Zahlen zur Arbeitslosigkeit für den ehrenwerten Herrn Pofalla, z.Z. CDU-Generalsekretär, ein "Signal der Hoffnung". Erneut offiziell 5,048 Millionen Arbeitslose dürften das anders sehen.

BA-Chef Weise legte denn auch nicht die Betonung auf die 36.000 Menschen, die nun zusätzlich vom Arbeitslosengeld "profitieren" können, nein, er betonte vor allem den Rückgang gegenüber dem Februar 2005. "Seit Monaten geht die Arbeitslosigkeit tendenziell zurück", so kolportierte Weise die Gleitflugträume des ehemaligen "Super"ministers und heutigen RWE-Mitarbeiters Clement. Doch diese Tendenz liest er nur aus den Nürnberger Statistiken ab, und wie die entstehen, ahnt zumindest jeder. Daß die tatsächliche Arbeitslosenzahl insbesondere durch die Schaffung von immer mehr "Ein-Euro-Jobs" kräftig manipuliert wird, dürfte auf der Hand liegen. Zieht man diese und andere "Beschäftigung schaffende Maßnahmen" von der amtlichen Statistik ab, so hat die Zahl der Arbeitslosen gegenüber Januar nicht nur um 36.000, sondern um 252.600 zugenommen. Auch vom Rückgang gegenüber 2005 bleibt dann nicht mehr viel übrig.

Allen Manipulationen zum Trotz steigt die erfaßte Zahl der Langzeitarbeitslosen weiter. Waren es im Januar noch 1,83 Millionen Menschen, die das höhere, aus den Beiträgen zur Arbeitslosenversicherung finanzierte Arbeitslosengeld I erhielten, waren es im Februar nur noch 1,80 Millionen. Dagegen stieg die Zahl der ALG-II-Empfänger um mehr als 40.000 auf 2,95 Millionen, die damit auch umgehend in den "Genuß" der jüngst beschlossenen Verschärfungen beim Arbeitlosengeld II kamen.

Und während die ehrenwerten Damen und Herren bei den Arbeitslosenzahlen eifrig nach unten manipulieren, manipuliert man "zum Ausgleich" bei den freien Stellen nach oben. Wie das ZDF-Wirtschaftsmagazin "Wiso" kürzlich berichtete, sind 43 Prozent der Stellen, die bis zu einem halben Jahr als offen registriert sind, gar nicht mehr verfügbar.

Man muß schon sehr blind sein - oder CDU-Generalsekretär -, um diese Tatsachen für "Signale der Hoffnung" zu halten.

Klaus Wallmann sen.

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