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Zum "Bruderkrieg" der Palästinenser

Klaus Wallmann sen. || Datum: 20.12.2006

Zum "Bruderkrieg" der Palästinenser

Im Januar 2006 wurde die Hamas-Regierung gewählt. Das palästinensische Volk wandte sich mehrheitlich von der Fatah-Regierung ab, weil deren korrupte Führung sich mit ausländischen Geldern - auch aus EU-Töpfen - Villen und Paläste baute, während das Volk darbte. Nach der Abwahl der an den westlichen Imperialisten orientierten Fatah-Führung wurden diese Gelder für die neue Regierung sofort gesperrt. Ein Schelm der Arges dabei denkt, ein Narr, der es nicht tut.

Seit nun der palästinensische Präsident Abbas ankündigte, die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen vorzuziehen, kommt es zu Gefechten zwischen Anhängern von Fatah und Hamas, was von unseren bürgerlichen Medien als "Bruderkampf" der Palästinenser apostrophiert wird. Wobei von der gepriesenen Meinungsvielfalt unserer Presse nichts mehr zu spüren ist und mir daher nur das Wort "Gleichschaltung" einfällt.

Doch was dort in Nahen Osten vor allem deutlich wird, das ist das Fehlen einer politischen Bewegung, die ausschließlich den Interessen des palästinensischen Volkes verpflichtet ist, und auch ein friedliches Zusammenleben mit dem israelischen Volk anstrebt. Weder die westlich orientierte Fatah-, noch die fundamentalistische Hamas-Führung, die auch vor reaktionären Anschlägen nicht zurückschreckt, ist dazu in der Lage. Dennoch gibt es sowohl bei Fatah wie bei Hamas eine Basis, die zusammen mit anderen fortschrittlichen Kräften eine starke politische Bewegung bilden könnte.

Wenn unmittelbar vor dem 1. Januar - der auch ein muslimischer Feiertag ist - die Versorgung der Bevölkerung erneut drastisch verschlechtert werden soll, so kommt darin nicht ein "Bruderkrieg", sondern der Krieg der imperialistischen Großmächte gegen das palästinensische Volk zum Ausdruck, an dessen Spitze die USA marschieren. Der seit Jahrzehnten geführte palästinensische Befreiungskampf strahlt auf den ganzen Nahen Osten aus und genießt trotz aller feindlicher Propaganda viel Sympathie in der ganzen Welt.
Wenn die USA in Jericho die bewaffneten Kräfte um Präsident Abbas trainieren und Condoleezza Rice der libanesischen Regierung das "unmoralische Angebot" von einer Milliarde Dollar zur Unterdrückung des Befreiungskampfes unterbreitet, so macht das nur deutlich, daß in dieser Region genausowenig ein Bürgerkrieg geführt wird wie im Irak.

Klaus Wallmann sen.

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