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Welt-AIDS-Tag: Epidemie breitet sich weiter aus - Gegenstrategie ist möglich

rf news online || Datum: 01.12.2006

Welt-AIDS-Tag: Epidemie breitet sich weiter aus - Gegenstrategie ist möglich

Zum Welt-AIDS-Tag mehren sich die Stimmen, die vor einer verheerenden Ausbreitung der Immunschwäche-Krankheit warnen. Das UN-Kinderhilfswerk Unicef sieht die Gefahr einer "Aids-Epidemie katastrophalen Ausmaßes" in Osteuropa. "Der weltweit stärkste Anstieg der Neuinfektionen findet vor unserer Haustür statt", sagte Deutschland-Geschäftsführer Dietrich Garlichs. Allerdings steigt auch in Deutschland die Zahl neuer HIV-Infektionen weiter an. Weltweit wird nach UN-Angaben viel zu wenig Geld für den Kampf gegen AIDS ausgegeben. 2006 stünden umgerechnet knapp sieben Milliarden Euro zur Verfügung. Benötigt würden aber rund 15 Milliarden Dollar.

Die offizielle AIDS-Politik im Interesse der internationalen Pharmakonzerne und zur Förderung der neokolonialen Abhängigkeit vieler armer Länder ist jedoch weit entfernt von der Beherrschung der Krise und einer erfolgreichen Gegenstrategie. Neben einer unvorstellbaren Menge an persönlichem Leid bedroht AIDS inzwischen ganze Gesellschaften. Nach Angaben der Welternährungsorganisation (FAO) sind seit 1985 in Afrika in den 25 von der Epidemie stark betroffenen Ländern sieben Millionen Landarbeiter/innen an AIDS gestorben, was die die Ernährungsgrundlage vieler Familien in Frage stellt. Qualifizierte Arbeitskräfte wie Lehrer/innen, Gesundheitspersonal und Minenarbeiter fallen aus.

Unicef berichtete auf der Welt-AIDS-Konferenz in Toronto, dass bis 2006 bereits 12 Millionen Kinder ihre Mutter, ihren Vater oder beide Eltern durch die Immunschwächekrankheit verloren haben. In den nächsten vier Jahren wird die Zahl bis 2010 voraussichtlich auf rund 16 Millionen steigen.

Durch Druck auf die Pharmakonzerne und Regierungen durch Streiks, Proteste und Klagen konnten in den letzten Jahren einige wichtige Erfolge im Kampf gegen Aids errungen werden. Nach Aktionen der Belegschaften finanzieren die größte südafrikanische Minengesellschaften und andere Konzerne die AIDS-Medikamente ihrer Beschäftigten seit einigen Jahren. In Brasilien werden die 100.000 Infizierten nach der Niederschlagung einer Patentverletzungsklage der USA kostenlos mit HIV-Medikamenten versorgt. Durch konsequente Aufklärung konnten in Uganda, Thailand die Neuinfektionsrate gesenkt werden.

Diese Erfolge können weiter ausgebaut werden, wenn die Bewegungen zu Massenbewegungen anwachsen und durch eine internationale Vernetzung koordiniert werden. Positive Vorschläge für ein Sofortprogramm für den weltweiten Kampf gegen AIDS liegen auf dem Tisch (siehe www.hiv-therapie.org).

Quelle: rf news online, 01.12.2006

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