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Kämpferische JAV-Kandidaten bei Ford von IG-Metall-Liste gestrichen

rf news online || Datum: 04.11.2006

Kämpferische JAV-Kandidaten bei Ford von IG-Metall-Liste gestrichen

Mit antikommunistischer Hetze und manipulierten Abstimmungen wurde einer Auszubildenden und einem Jungfacharbeiter bei Ford in Köln die Aufnahme in den Listenvorschlag der IG Metall zur Wahl der Jugend- und Auszubildenden-Vertretung (JAV) verweigert.
Ihr Vergehen: Beide hatten sich während ihrer Ausbildung als Jugend-Vertrauensleute für eine kämpferische Gewerkschaftsarbeit stark gemacht, unterstützten aktiv Protestaktionen für die unbefristete Übernahme entsprechend der Ausbildung und kritisierten den Schmusekurs der Betriebsrats- und JAV-Spitze mit der Geschäftsleitung.

In den letzten Wochen setzte der Vorsitzende des gesamten Vertrauenskörpers der IG Metall bei Ford, Thomas Freels, alle Hebel in Bewegung, um zu verhindern, dass diese kämpferische Position zukünftig auch in der JAV ihren Platz erhält. In einem eigens dafür erstellten Powerpoint-Vortrag leitete er die Vollversammlung der Jugend-Vertrauensleute am 12.10. ein, die über den IGM-Listenvorschlag abzustimmen hatte. Den Antrag auf ein demokratisches Wahlverfahren über die Reihenfolge der Listenplätze wimmelte er mit formalen Begründungen - dass er angeblich vorhandenen ford-spezifischen "Richtlinien" widerspräche - ab. Die Teilnahme des ausgelernten Kollegen an der Vollversammlung wurde erst gar nicht zugelassen.

Bei der folgenden Listenabstimmung beantragte ein Auszubildender, auf genau den Platz zu kommen, der bisher für die Kollegin vorgesehen war. Bei der Abstimmung stimmte die Mehrheit der anwesenden rund 40 Vertrauensleute gegen die Kollegin, etwa fünf stimmten für sie. Das gleiche wiederholte sich noch zweimal bei anderen Listenplätzen, mit dem Ergebnis, dass die Kollegin gar nicht mehr auf den IGM-Wahlvorschlag kam. Nach und nach stellte sich in den folgenden Tagen in Auseinandersetzungen mit beteiligten Vertrauensleuten heraus, dass ein Teil von ihnen von freigestellten JAV-Mitgliedern kurz vor der Vollversammlung aufgesucht worden war. Diese deuteten ihnen gegenüber an, dass es sich negativ auf ihre Übernahme auswirken könnte, wenn sie für die betreffende Kollegin stimmen würden.

Im Vorfeld der Abstimmung hatte der VK-Leiter Thomas Freels bereits bei einem Wochenendseminar, das ursprünglich zum Thema "Rechtsextremismus" angesetzt worden war, stundenlang in einem Powerpoint-Vortrag über die MLPD gehetzt. Mit Behauptungen ohne jeden Beweis wurde die MLPD als gewerkschaftsfeindlich diffamiert und mit den Faschisten auf eine Stufe gestellt. Der Gipfel waren "Merkmale", an denen MLPD-Mitglieder im Betrieb zu erkennen wären, so z.B. Formulierungen wie "kämpferischer Betriebsrat", "kämpferische Vertrauensleute", "kämpferische JAV", "selbstständige Aktionen" oder wenn sich jemand bei Versammlungen mit "Hallo ich bin..." vorstelle.

Damit missbrauchte er seine Funktion und das Seminar für offene parteipolitische Diffamierung und für die Aufforderung zur Gesinnungsschnüffelei. Es war offensichtlich, dass er damit den Ausschluss politisch unliebsamer Kollegen von der JAV-Wahl vorbereiten wollte. Ein unglaublicher Vorgang, der jede innergewerkschaftliche Demokratie verhöhnt. Während der Kampf gegen die Ausbeutungsoffensive in der Automobilindustrie und die volksfeindliche Regierungspolitik die Einheit der Gewerkschaften als Kampforganisationen dringend notwendig macht, tun sich bestimmte rechte Funktionäre in der IG Metall damit hervor, gerade kämpferische Kräfte zu unterdrücken.

Offenbar sind sie durch die zunehmende Kritik an ihrer Klassenzusammenarbeitspolitik und den wachsenden Einfluss der MLPD so in Panik geraten, dass sie jetzt zu solchen Methoden und Intrigen Zuflucht nehmen. Damit wird direkt den internationalen Monopolen in die Hände gearbeitet, die ebenfalls verstärkt mit Maßregelungen und politisch motivierten Kündigungen gegen klassenkämpferische und der MLPD nahe stehende Kräfte vorgehen. Es ist notwendig, innerhalb der Gewerkschaften den breiten Protest gegen solche undemokratischen Methoden zu organisieren und dafür einzutreten, dass die betroffenen Kollegen bei Ford in Köln zur JAV-Wahl kandidieren können.

Quelle: rf news online, Korrespondenz, 03.11.06

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