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Alarmierend: Studien zum UN-Klimabericht

rf news online || Datum: 24.10.2006

Alarmierend: Studien zum UN-Klimabericht

Nach einem Bericht der Hamburger Wochenzeitung "Welt am Sonntag" werden in einer Studie zur Vorbereitung des 4. Klimaberichts der Vereinten Nationen Vorhersagen über eine Klimakatastrophe getroffen, die noch alarmierender sind als die bisher bekannten Szenarien. Der UN-Klimabericht soll im nächsten Jahr verabschiedet werden. Die Vorstudien kommen zum Ergebnis, dass sich die negative Entwicklung seit dem letzten derartigen Bericht (2001) ungebremst fortgesetzt hat. Das Papier beschreibt nach Aussage der "WamS" einen qualitativen Sprung in der Erderwärmung seit Beginn des neuen Jahrtausends.

Das Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie, das an der UN-Studie mitgearbeitet hat, prognostiziert bis 2100 eine Erwärmung zwischen 2,5 und vier Grad Celsius. "Als Folge dieser Erwärmung werden wir in Deutschland in den Sommermonaten in den kommenden Jahrzehnten Temperaturen messen, die zum Teil deutlich über 40 Grad liegen", sagt Erich Roeckner, Klimaforscher beim Max-Planck-Institut. Deutschland werde unter bisher unbekannten Hitzewellen und Dürreperioden leiden, die Winter werden geprägt sein von Starkregen, Hochwasser und extremen Stürmen.

Auch die Auswirkungen auf die Alpen seien groß. "Kleine Gletscher werden verschwinden, während größere Gletscher um bis zu 70 Prozent abschmelzen, allein bis zum Jahr 2050", zitiert die Zeitung aus den Vorbereitungen zum UN-Bericht. Mit den Prognosen verbinden die Wissenschaftler unter anderem katastrophale Folgen für die europäische Landwirtschaft. Rund die Hälfte der europäischen Pflanzenwelt sei durch die Erderwärmung gefährdet, zum Teil akut vom Aussterben bedroht.

In Südamerika seien in einigen Ländern die Gestalt der Küsten sowie die Verfügbarkeit von Trinkwasser in Küstenregionen bedroht. In den Polar-Regionen werde die Eisfläche laut UN-Studie in den letzten 20 Jahren des Jahrhunderts um jährlich 20 bis 30 Prozent abschmelzen. Die Fläche der Nordhalbkugel, auf der heute Dauerfrost herrscht, reduziere sich bis zum Jahr 2050 um bis zu 35 Prozent.

Die Nordsee ist ebenfalls immer stärker betroffen. Dies sagte der Meeresbiologe Harald Asmus am Samstag auf der Herbsttagung des Wissenschaftsverbundes Umwelt an der Universität Rostock. Bei seinen Forschungen an der Außenstelle Sylt des Alfred-Wegener-Instituts habe er den Rückgang heimischer Fisch- und Pflanzen-Arten festgestellt. "Seit 18 Jahren wird das Wasser kontinuierlich wärmer."

Der Begriff "Klimawandel", der in einem Teil der bürgerlichen Medien für diese Entwicklungen nach wie vor verwandt wird, ist eine völlige Verharmlosung. Ohne Stopp und Umkehr werden die Lebensgrundlagen der Menschheit durch eine globale Umweltkatastrophe unwiderbringlich zerstört werden.

Wenn der parlamentarische Staatssekretär im Berliner Umweltministerium, Michael Müller, den Bericht des UN-Ausschusses als "besorgniserregend" bezeichnet, ist das reine Heuchelei. Die Bundesregierung will die Atomkraftwerke noch länger laufen lassen und unternimmt nichts dagegen, dass Deutschland zu den fünf größten CO2-Schleudern gehört. Die steigenden Emissionen von Treibhausgasen wie Kohlendioxid, Stickoxide und Methan sind die entscheidenden Faktoren für die drohende Klimakatastrophe. Um die Erwärmung der Erde einzudämmen, ist nach Meinung vieler Klimaforscher eine Verminderung der industriellen CO2-Emissionen um 100 Prozent in den nächsten Jahrzehnten notwendig. Systematisch wird von den Herrschenden verschleiert, dass die versprochene Senkung des CO2-Ausstoßes ausbleibt und dieser sogar weiter steigt.

Die notwendige schnelle Wende zur Solar- und Kreislaufwirtschaft erfordert ein internationales Sofortprogramm zur massenhaften Einführung aller Arten der Nutzung regenerativer Energien. Dies kann und muss von einer breiten internationalen Umweltbewegung auf Kosten der Profite der internationalen Monopole durchgesetzt werden!

Quelle: rf news online, 22.10.2006

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