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Wer war Mao Tsetung wirklich?
Zum 30. Todestag

rf news online || Datum: 11.09.2006

Wer war Mao Tsetung wirklich?
Zum 30. Todestag

Vor 30 Jahren, am 9. September 1976, starb Mao Tsetung, der große chinesische Revolutionär und Klassiker des Marxismus-Leninismus im Alter von 82 Jahren. Damals trauerten Millionen in der ganzen Welt um ihn, und bis heute hat es die antikommunistische Hetze nicht vermocht, sein Ansehen unter den Massen zu zerstören. Anlässlich seines 30. Todestags wird Mao Tsetung in bürgerlichen Medien als machthungriger Tyrann, als Folterer, Drogenhändler und Sektenführer verunglimpft. Alle Toten Chinas in den 1950er Jahren hat angeblich er auf dem Gewissen.

Tatsächlich kann man durchaus nachprüfen, dass Ende der 1950er Jahre in China Unwetterkatastrophen und Kreditrückforderungen der bereits kapitalistischen Sowjetunion in Form von riesigen Lebensmittellieferungen maßgebliche Auslöser einer verheerenden Hungersnot waren - und dass der sozialistische Aufbau im Entwicklungsland China mit diesen Herausforderungen im Vertrauen auf die eigene Kraft trotz alledem fertig geworden ist.

Dennoch, trotz der Lügen und antikommunistischen Hetze auf niedrigstem Niveau, komme die "Entmaoisierung" in China nicht richtig voran, jammert am 09.09.06 die "Süddeutsche Zeitung". Und die "Welt" gibt indirekt zu, dass Mao Tsetung nicht tot zu kriegen ist: "Gerade die Verlierer im Modernisierungsprozess beginnen, sich die alten Zeiten wieder herbeizusehnen. Auf dem Lande erinnert man sich gerne an die Gesundheitsversorgung durch die 'Barfußärzte'. Angesichts des wachsenden Wohlstandgefälles wäre es einigen lieber, alle wären wieder gleich arm. Vor allem aber galt die kommunistische Partei unter Mao als frei von Korruption. Heute wird diese als flächendeckend erlebt."

"Wachsendes Wohlstandsgefälle" ist im Klartext wachsende Verelendung breiter Bevölkerungsteile im heutigen kapitalistischen China, und die Barfußärzte im sozialistischen China arbeiteten zwar auf niedrigem technischem Niveau, aber sie waren Ausdruck begeisternder Fortschritte und der Verwirklichung revolutionärer Prinzipien.

Unter Führung Mao Tsetungs hatte sich Ende der 1940er Jahre in dem bevölkerungsreichsten Land der Erde der nationale und soziale Befreiungskampf der revolutionären Massen durchgesetzt. Im Jahr 1949 konnte Mao Tsetung auf dem Pekinger "Platz des Himmlischen Friedens" den Sieg der chinesischen Revolution bekannt geben, der sozialistische Aufbau begann und erweckte die Sympathie von Millionen Menschen in aller Welt. Nach der Revolution stellten sich noch schwierigere Aufgaben.

Mao Tsetung war nicht nur ein praktischer Revolutionär, der es verstand, sich aufs Engste mit den einfachen Menschen zu verbinden. Er war auch ein hervorragender Theoretiker und leistete wichtige Beiträge für die Weiterentwicklung des Marxismus-Leninismus. Gegen Widerstände aus der eigenen Parteiführung entwickelte Mao Tsetung eine grundlegende Kritik an der negativen Entwicklung der Sowjetunion. Er zeigte auf, dass sie unweigerlich zur kapitalistischen Restauration und damit zur Ausbeutung der eigenen Arbeiterklasse und zur Unterdrückung anderer Völker führen musste.

In der "Polemik über die Generallinie der internationalen kommunistischen Bewegung" führte die KP Chinas unter seiner Leitung schließlich ab 1963 auch gegenüber der Öffentlichkeit diese Auseinandersetzung. Das größte Verdienst Mao Tsetungs war die Idee und die Initiative für eine Große Proletarische Kulturrevolution in China 1966. Als auch hier eine kleinbürgerliche Bürokratie zu entarten und die sozialistischen Errungenschaften zunichte zu machen drohte, mobilisierte er die Volksmassen zum entschiedenen Kampf gegen eine drohende revisionistische Machtergreifung.

Martin Kasprik war 1975 als Mitglied einer Delegation des KABD (Vorläuferorganisation der MLPD) in China. Er sagte im heutigen Gespräch mit "rote fahne news":

"Unsere Delegation 1975 ins sozialistische China sprach direkt mit Kolleginnen und Kollegen aus vielen Betrieben; sei es mit der Textilarbeiterin in Sian, dem Werkzeugmacher Liu der Transistorenfabrik in Peking, dem Schlosser oder dem Konstrukteur in der Generatorenfabrik in Shanghai und Kollegen anderer Werken. Hier die Meinung des Schlossers der Abteilungsleitung im Werk, Mitglied der damaligen Abteilungsleitung, dem Revolutionskomitee, in der Generatorenfabrik Shanghai 1975: 'Die Kulturrevolution ist gut. Vor ihr hatten fast immer nur von oben eingesetzte Betriebsdirektoren im Betrieb das Sagen. Für sie standen die Produktionsziffern an erster Stelle, nicht der Mensch.

Kritiken von unten und Verbesserungsvorschläge zu unseren Gunsten galten nichts. Viele der Direktoren mussten in unserer Kulturrevolution in heftigen Auseinandersetzungen ihren Platz räumen. Heute haben wir andere Werksleitungen: wir sagen Revolutionskomitees, weil sie aus unserer Kulturrevolution im Werk hervorgegangen sind. Die Mitglieder werden direkt oder indirekt durch uns gewählt und bestimmt und kontrolliert. Sie können auch jederzeit wieder durch uns Arbeiter und Angestellte abgesetzt werden. Wir wollen mehr, besser, schneller und wirtschaftlicher produzieren, ohne Zweifel, aber die Bedürfnisse der Massen, dass der Mensch im Mittelpunkt steht - darauf kommt es in der Produktion, bei der Entlohnung, den Arbeitsbedingungen an. Das haben wir Mao Tsetung zu verdanken, der die Kulturrevolution in Gang brachte.'

Ich möchte nur daran erinnern, dass die Machthaber nach Mao Tsetungs Tod, die den Kapitalismus in China wieder herstellten, bezeichnenderweise als eine der ersten Maßnahmen diese neuen Machtorgane der Arbeiterklasse gegen ihren Widerstand abschafften."

Es ist kein Wunder, dass Idee und erstmalige Verwirklichung der Kulturrevolution in einem sozialistischen Land eine hauptsächliche Zielscheibe antikommunistischer Attacken geworden ist: ist sie doch eine Methode, die Zerstörung des Sozialismus zu verhindern. Es gilt, aus ihr zu lernen, schöpferische Schlussfolgerungen zu ziehen und sie weiterzuentwickeln. Tot zu kriegen ist sie nicht!

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