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Antikriegstag - Weltweite Proteste und bezeichnendes Schweigen

Klaus Wallmann sen. || Datum: 04.09.2006

Antikriegstag - Weltweite Proteste und bezeichnendes Schweigen

Kein Wort in der "Freien Presse" über die hunderttausenden Menschen, die am 01.09. - dem Antikriegstag - weltweit gegen die wachsende Bedrohung des Weltfriedens protestierten. Nach der Besetzung des Irak und Afghanistans, nach der israelischen Aggression im Auftrag der USA werden nun die Kriegsdrohungen gegen den Iran immer lauter. Kein Wort in der "Freien Presse" auch darüber, daß Israel unter dem Mäntelchen eines angeblichen "Waffenstillstands" seinen Staatsterror insbesondere in den palästinensischen "Autonomie"-Gebieten fortsetzt. In Gaza-Stadt nannte Israel das eine "Säuberungsaktion" - sechs Tage lang und begleitet von Luftangriffen.

Selbst der UNO-Koordinator für humanitäre Hilfe, Jan Egeland, prangerte auf einer Pressekonferenz die barbarische Kriegsführung Israels an: "Man kann nicht ein Gebiet abriegeln, das größer ist als Stockholm und 1,4 Millionen Einwohner hat, darunter 800.000 Minderjährige, und dann jeden Tag Hunderte Granaten abfeuern."

Er kritisierte auch den Einsatz von Streubomben durch Israel, deren Einsatz in Wohngebieten nach internationalem Recht bereits verboten ist. Die israelischen Militärs kümmert das genausowenig wie ihre amerikanischen Kumpane, die diese Waffe während ihrer Agression gegen den Irak einsetzten.
Egeland deckte auch auf, "dass 90 Prozent des Streubomben-Abwurfs in den letzten 72 Stunden des Konflikts", also unmittelbar vor dem "Waffenstillstand" stattfanden. Bewußt soll damit die Zivilbevölkerung bis über die unmittelbaren Kriegshandlungen hinaus terrorisiert werden. Ca. 100.000 nicht explodierte Bomben bedrohen weiterhin ihr Leben. Laut UN wurden nach dem "Waffenstillstand" mindestens 13 Menschen durch herumliegende Streubomben getötet und 46 weitere verletzt.

Die notwendige Verurteilung der israelischen Aggression ist in Deutschland nicht unumstritten. Die Begründung, daß die Aggression im Libanon-Krieg von Israel ausging und dem palästinensischen und libanesischen Volk ein Selbstbestimmungsrecht zugestanden wird, kann dazu führen, daß dies als "Steilvorlage für Rechtsextremisten und Neonazis" bezeichnet wird. Dies ist natürlich diffamierend, denn es kann nicht sein, daß man sich nicht mehr kritisch zur Aggressionspolitik Israels äußern darf, nur weil rechtsextreme Kräfte dies für ihre Propaganda nutzen könnten. Wer dieser Argumentation folgt, der verbeugt sich tief vor dem Totschlagargument des Antisemitismus, das von Opportunisten und der herrschenden Klasse gern genutzt wird, um die antifaschistische Friedensbewegung zu spalten.

Wie falsch es ist, vor dieser "Antisemitismus"-Hetze in die Knie zu gehen, das beweisen gerade auch in Deutschland Israelis und Menschen jüdischen Glaubens. Evelyn Hecht-Galinski, die Tochter des ehemaligen Präsidenten des Zentralrats der Juden, die auch Mitglied der Organisation "Europäische Juden für einen gerechten Frieden" ist, erklärte im Deutschlandfunk, daß es unerträglich sei, wie sich der Zentralrat zum "Sprachrohr der israelischen Regierung" machen ließe, indem er jede Kritik an der Politik Israels als "antisemitisch" verurteile. "Die Stimmung ist antiisraelisch, weil Israel eine Politik betreibt, die durch nichts mehr zu rechtfertigen ist."

Klaus Wallmann sen.

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