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"Strategische Allianzen" - auf dem Rücken der Arbeiter

Klaus Wallmann sen. || Datum: 29.08.2006

"Strategische Allianzen" - auf dem Rücken der Arbeiter

Im Juli berichteten die bürgerlichen Medien über eine mögliche "Allianz" zwischen den Automobilkonzernen General Motors und Renault-Nissan. Doch die Zeit schreitet voran und der kapitalistische Konkurrenzkampf - euphemistisch gerne "Wettbewerb" genannt - fordert weiter seine Opfer.

Inzwischen sieht sich der weltweit drittgrößte Autokonzern Ford zur stärksten Drosselung seiner US-Produktion seit mehr als zwanzig Jahren gezwungen. Bisher war die Schließung von 14 nordamerikanische Werke und die Entlassung von ca. 30.000 Beschäftigten geplant, doch jetzt hat der Konzernchef noch umfangreichere Schließungen und Entlassungen angekündigt. Obwohl Ford auch für das zweite Quartal 2006 offiziell einen Gewinn von 48 Millionen Dollar ausweist, werden diese Maßnahmen mit angeblichen "Verlusten" begründet.
Im Vergleich zum 936-Millionen-Gewinn im gleichen Zeitraum des Vorjahres kann man tatsächlich von einem "Verlust" sprechen, einem Profit-Verlust, der vor allem auf den drastischen Kaufkraftverlust der amerikanischen Bevölkerung zurückzuführen ist. Die Verkaufsrückgänge haben den Widerspruch zu den gigantischen Überkapazitäten weiter verschärft.

Um diese Überkapazitäten abzubauen und um in der globalen Vernichtungsschlacht der Automobilkonzerne nicht den Konkurrenten zu unterliegen, spricht Konzernchef Bill Ford nun von "radikalen Änderungen". Nicht nur die "Luxusmarken" Jaguar und Land Rover stehen möglicherweise zum Verkauf. Nach Informationen der US-Börsenzeitung "Wall Street Journal" hat Bill Ford nun seinerseits Renault-Chef Carlos Ghosn eine "strategische Allianz" vorgeschlagen. Die daraus resultierenden "Synergieeffekte" wären noch größer als bei einer Allianz mit General Motors - im Klartext: in allen drei Konzernen würden noch mehr Werke geschlossen und noch mehr Arbeiter auf der Straße landen.

Der global geführte Konkurrenzkampf in der Automobilindustrie gleicht einem Krieg, der auf dem Rücken der Automobilarbeiter ausgetragen wird. Weltweit geführt, kann er auch nur durch einen länderübergreifenden Zusammenschluß der Arbeiter und die Intensivierung ihres gemeinsamen Kampfes beantwortet werden. Dies zu erkennen ist die Voraussetzung, um gegen die arbeiter- und volksfeindlichen Pläne der Monopole und ihres Staates in die Offensive zu gehen. Doch: Von der Wahrheit zur Wirklichkeit ist ein weiter Weg - von dem uns noch dazu alle Apologeten dieser menschenfeindlichen Gesellschaftsordnung abzubringen suchen.

Klaus Wallmann sen.

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