rz-Logo

FP-"Qualitäts"journalistin voll erwischt
Leserbrief eines rz-Lesers, der eigentlich für die "Freie Presse" geschrieben wurde

Jürgen Müller/K.W. || Datum: 19.08.2006

FP-"Qualitäts"journalistin voll erwischt
Leserbrief eines rz-Lesers, der eigentlich für die "Freie Presse" geschrieben wurde

Auch ich schrieb am 04.08. eine kleine Randbemerkung zum Jubel reaktionärer Kräfte über die Erkrankung Fidel Castros, zu der mich der FP-Artikel von "Qualitätsjournalistin" Susann Kreutzmann vom 02.08. bewegte.
USA: Hoffen auf Castros Tod
Dem dazu veröffentlichten Foto schenkte ich allerdings wenig Aufmerksamkeit.

Gestern erreichte mich die Mail eines FP-Lesers, der am 04.08. eine E-Mail an die "Freie Presse" schickte, in der er um eine Richtigstellung und um die Veröffentlichung seines Leserbriefes bat, der sich sowohl mit dem Kreutzmann-Artikel, wie auch mit dem Foto beschäftigte. Natürlich hat die "Freie Presse" nicht reagiert, und daher wandte sich der aufmerksame Leser an die "Randzone". Gerne komme ich seiner Bitte nach Veröffentlichung des eigentlich für die FP gedachten Leserbriefes nach.



Sehr geehrte Damen und Herren,
...
In der "Freien Presse" (Ausgabe vom 02.08.06, Seite 5) wurde ein Artikel, anläßlich der aktuellen Ereignisse, Fidel Castro betreffend, veröffentlicht. Frau Susanne Kreutzmann, welche für diesen Artikel verantwortlich zeichnet, ist hierbei ihrer "journalistischen Sorgfaltspflicht" in keinster Weise gerecht geworden. Diese Redakteurin hatte durchaus die Möglichkeit beide Seiten der öffentlichen Reaktion auf den aktuellen Gesundheitszustand Castros zu beleuchten und das entsprechende Bilddokument hierzu auszuwählen. Das die Sympathien von Frau Kreutzmann wohl doch eher den begeisterten Exilkubanern und eben nicht den betroffen reagierenden Kubanern zuzuordnen sind - welche selbst in den Abendnachrichten des MDR Eingang fanden - ist sicherlich kein Zufall.

Nun werden sich Frau Kreutzmann und all die anderen, welche die freie Entfaltung des Kapitals, nun auch endlich in einem der letzten Bollwerke gegen Diktatur und Unfreiheit, herbeisehnen, noch etwas gedulden müssen. Es dürfte zu "befürchten" sein, dass die Masse der Kubaner die Segnungen der freien Marktwirtschaft, wie sie bereits breite Bevölkerungsschichten in sonstigen lateinamerikanischen Staaten wie selbstverständlich genießen dürfen, noch eine geraume Zeit entbehren muß.

Die "Botschaft" ist also angekommen. Man freut sich schon jetzt über einen möglichen Untergang des Sozialismus auf Kuba. Und was nährt diese Hoffnung ? Ist es der mögliche Rücktritt Castros - oder besser noch dessen baldiges physisches Ende ? Was die CIA in ihrem völlig uneigennützigen Einsatz für Demokratie und Gerechtigkeit - trotz mannigfaltigem Nachhelfens nicht vermochte - soll sich nun, hoffentlich bald, natürlich vollziehen.

Das die in Wartestellung lebenden und für den Tag "X" von den USA geschulten Exil-Kubaner in Florida selbst hocherfreut sind, dürfte nachvollziehbar sein. Weshalb aber eine Redakteurin, welche über solcherlei Ereignisse berichtet - und natürlich eine gewünschte ideologische Wirkung beim Leser bewirken soll - ausgerechnet so viel handwerklichen Pfusch baut, ist dagegen schwerlich nachvollziehbar. Oder baut sie schon darauf, das der geneigte Leser mit der Zeit so mündig geworden ist, daß er gar nichts mehr auf die Reihe bekommt und man ihm jeden Schwachsinn unterjubeln kann ?

Sollte sie der englischen Sprache nicht mächtig sein - was ich natürlich nicht annehme - so sollte es sie wenigstens stutzig gemacht haben, das auf dem von ihr ausgewählten Bild ausgerechnet die Exil-Kubaner mit Begeisterung T-Shirts mit dem Bildnis von Che Guevara tragen. Mir jedenfalls wollte diese Tatsache nicht so recht einleuchten. Also machte ich mir die Mühe beim Pressedienst von AP zu recherchieren. Diese Berufskollegen von Frau Kreutzmann gaben mir zu dem besagten Foto des Herrn Javier Galeano folgende Auskunft, welche die zutreffende gewesen wäre:
"Cuban workers wave their national flag during a political gathering in support of President Fidel Castro in Havana, Cuba. Tuesday, Aug. 1, 2006." Will heißen: "Kubanische Werktätige schwenken ihre Nationalflagge während einer politischen Kundgebung zur Unterstützung des Präsidenten Fidel Castro in Havanna, Kuba am 1. August 2006."
Was hingegen will uns Frau Kreutzmann Glauben machen ? Sie schreibt unter exakt dasselbe Bild: "Die Nachricht von Fidel Castros Rücktritt hat unter den Exil-Cubanern vor allem im US-Bundesstaat Florida Jubel ausgelöst".

Peinlich, peinlich. Oder vielleicht doch beabsichtigt !?

Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Müller



Diesen rz-Artikel habe ich natürlich der "Freien Presse" zugeschickt, mit der Bitte um Stellungnahme durch den Chefredakteur. Wie Herr Müller habe ich aber wenig Hoffnung ...

Klaus Wallmann sen.



Leserbrief zu diesem Artikel vom 31.08.2006

Hallo,
es ist müßig, auf Antworten kritischer Beiträge an Medien, Politik oder Wirtschaft zu hoffen. Man legt dort heutzutage keinen Wert mehr auf Diskussionen bzw. konstruktive Auseinandersetzungen. Vor allen Dingen dann nicht, wenn man keine schlagenden Argumente vorzuweisen hat!
Wozu versucht man denn, die Bürger der Verblödung zuzuführen? Damit keine unbequemen Fragen mehr kommen können! Zu diesem Zweck bieten alle Medien - inklusive TV - nur noch unterstes Niveau, einmal abgesehen von den zahlreichen Lügen. Einheitsdenken durch Gehirnwäsche und Unterschlagung von Alternativen - die Vorstufe zum geklonten Menschen!
Also - ruhig weiter schreiben, auch wenn, was ich vermute, die Mails ungelesen in den Papierkorb wandern. Allenfalls schickt man sie zum BND - als systemfeindlich und zur Grundlage einer späteren Festnahme. Es wird so kommen, davon bin ich überzeugt.
Grüße
Traurig dabei ist nur, dass die meisten derer, die heute die Lügen verbreiten, bald selbst zum Fußvolk gehören werden. Der Mohr hat dann seine Schuldigkeit getan - der Mohr kann gehen. Sie wissen es nur noch nicht!
Mary M.

Der vollständige Name ist rz bekannt.

Die Meinung von Leserbriefschreibern muß nicht mit der Meinung des Eigentümers von http://randzone.nickss.de übereinstimmen.


Zurück Ihre Meinung ist gefragt. Zum Anfang