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Die Linkspartei.PDS Zwickau und die Montagsdemo

Klaus Wallmann sen. || Datum: 21.02.2006

Die Linkspartei.PDS Zwickau und die Montagsdemo

Die Zwickauer Montagsdemonstranten formulierten auf ihrer 62. Zwickauer Montagsdemo am 28.11.2005 einen OFFENEN BRIEF an die Stadtratsfraktion der Linkspartei.PDS Zwickau, in dem sie fordern, in Zukunft wieder gemeinsam gegen die Pläne der Merkel-Müntefering-Regierung zu demonstrieren!
(Den vollständigen Text finden Sie HIER.)

In diesem Offenen Brief findet sich meiner bescheidenen Meinung nach nichts, mit dem sich die "Linken" unserer Stadt nicht identifizieren können. Selbst Frau Zimmermann, die nun für diese Partei im Bundestag sitzt, war einst eine der Organisatorinnen der Zwickauer Montagsdemos. Und in vielen Orten finden die Montagsdemos unter Beteiligung dieser Partei bzw. ihrer Mitglieder statt - unter dem richtigen Motto "Solidarisieren - Mitmarschieren".

Ein viertel Jahr ist ins Land gegangen, doch weder hat die Stadtratsfraktion der Linkspartei.PDS Zwickau auf den Brief der Montagsdemonstranten geantwortet, noch marschiert sie mit. Der Schluß, daß sie sich damit auch nicht mit dem Protest der Demonstranten gegen die volksfeindliche Politik der Monopolparteien solidarisiert, liegt nahe, die Genossen mögen mir verzeihen. Doch wer sich weder durch Worte noch durch Taten zu dieser öffentlichen Aufforderung äußert, setzt sich zwangsläufig diesem Verdacht aus, und zugleich dem Verdacht, daß in dieser Partei die Worte nicht mit den Taten übereinstimmen. Gewöhnt bin ich dies von den bürgerlichen Monopolparteien, die sich gern das Schild "Volkspartei" oder gar "Arbeiterpartei" umhängen. Doch bei einer Partei, die sich mit dem Attribut "links" schmückt, stimmt mich dies nachdenklich.

Noch nachdenklicher stimmte mich ein Brief von Herrn André Ackermann, dem Geschäftsführer des Linkspartei.PDS-Kreisverbandes Zwickau/Zwickauer Land vom 06.02.2006 an einen Teilnehmer der Zwickauer Montagsdemonstration. Dieser Brief, von dem ich gestern Kenntnis erhielt, erfolgte als Reaktion auf die seit ca. einem Jahr erfolgenden Einladungen des "Aktionsbündnis gegen Agenda 2010 und Sozialkahlschlag Zwickau" an die Linkspartei.PDS und ihre Mitglieder, in Anbetracht der Fortsetzung und Verschärfung des Schröder-Kurses durch die neue schwarz-rote Regierung wieder an den Montagsdemos teilzunehmen.

Der ehrenwerte Herr Ackermann bringt in seinem Brief zum Ausdruck, daß sich das Aktionsbündnis Papier und Zeit sparen soll, denn er verzichte auf weitere Einladungen zur Montagsdemo. Er könne die Mitglieder seiner Partei nicht dazu zwingen. Diese Feststellung ist unzweifelhaft richtig, doch ob er je für eine Teilnahme der Mitglieder die Trommel gerührt hat, ob er die Einladung der Montagsdemonstranten den Mitgliedern öffentlich zur Kenntnis gebracht hat, dies teilt Herr Ackermann leider nicht mit. Ich wage dies zu bezweifeln, denn um dies zu tun, muß man davon überzeugt sein, daß Solidarität mit den Leuten auf der Straße notwendig ist. Wenn er davon überzeugt ist, so bleibt die Frage, warum er nicht einmal in der Lage war, sich selbst zur Teilnahme zu "zwingen".

Erfreulich dagegen die Tatsache, daß das Plakat der Zwickauer Montagsdemo nun wieder seinen Platz im Schaufenster des Linkspartei.PDS-"Politkontors" gefunden hat, nachdem es eine Zeitlang verschwunden war.

Es bleibt zu hoffen, daß die Führung der Linkspartei.PDS und deren Mitglieder ihre hier zum Ausdruck kommende schwankende Haltung zu den berechtigten öffentlichen Protesten möglichst schnell überwinden kann. Der Prozeß der Meinungsfindung innerhalb dieser sich neu formierenden Partei verläuft sicher nicht ohne Schwierigkeiten, doch PDS wie auch WASG sollten bedenken, mit welchem Anspruch ein großer Teil der Bürger dieses Landes sie in den Bundestag brachte, und mit welchem Anspruch - zumindest theoretisch - sie selbst in den Bundestag einzogen. Die Praxis läßt bisher zu wünschen übrig.

Klaus Wallmann sen.

Anmerkung: (insbesondere für den FP-Lokalredakteur Ronny Schilder)
Die hier geäußerte Meinung ist die persönliche Meinung des Autors Klaus Wallmann sen.


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