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Leserbrief an die "Randzone" zum Leserbrief zum Artikel "350.000 Arbeitslose - doch freie Stellen, die keiner will" von Grit Strietzel und Beate Kindt-Matuschek, FP 18.10.06, S.3

Klaus Wallmann sen. || Datum: 27.11.2006

Leserbrief an die "Randzone" zum Leserbrief zum Artikel "350.000 Arbeitslose - doch freie Stellen, die keiner will" von Grit Strietzel und Beate Kindt-Matuschek, FP 18.10.06, S.3

Nachdem mir Frau Reichelt am 23.11. mitteilte, daß sie "kein Problem damit" habe, ihre Antwort auf meinen Leserbrief an die "Freie Presse" vom 20.10.06 an dieser Stelle veröffentlicht zu sehen, bringe ich ihn hiermit den rz-Lesern zur Kenntnis. Die Hervorhebungen erfolgten durch mich.

Eine journalistische Perle - Leserbrief zum Artikel "350.000 Arbeitslose - doch freie Stellen, die keiner will" von Grit Strietzel und Beate Kindt-Matuschek, FP 18.10.06, S.3

Auf diesen Leserbrief schrieb Frau Reichelt, Chefin des Chemnitzer Personalservice (CPS), am 21.11. folgendes:



Sehr geehrter Herr Wallmann,
es ist schön, daß Sie aufmerksam die "Freie Presse" lesen und sich genötigt sehen, den Artikel zu den Arbeitslosen zu kommentieren. Es wäre natürlich besser gewesen, Sie hätten sich mit uns selbst in Verbindung gesetzt. Die Aktion zum Artikel ist von Frau Stieler (PV in Schwarzenberg - K.W.) gekommen. Die Mitarbeiterin der "Freien Presse" hat bei mehreren privaten Arbeitsvermitteln nachgefragt, ob wir bestätigen könnten, daß wirklich keiner unsere Stellen will. Im großen und ganzen habe ich am Telefon bestätigt, daß wir rund 150 Stellen im Angebot haben und kaum entsprechende Bewerber für die Aufnahme einer Tätigkeit in den jeweiligen Bereiche finden. Klipp und klar habe ich ausgeführt, daß ich dies nicht auf unsere älteren Arbeitnehmer beziehe, denn da sind die meisten Bewerber an einer Arbeitsaufnahme interessiert, was leider nicht immer gelingt, da in den Unternehmen zum großen Teil Bewerber ab 50 nicht eingestellt werden. Genauso schwer ist es, entsprechende Tätigkeiten für Frauen anzubieten, noch dazu, wenn diese über 45 Jahre alt sind.

Das wurde im Artikel leider nicht erwähnt. Unsere Feststellungen, daß kaum noch einer Lust hat zu arbeiten, bezieht sich in der Regel auf die Jungen. Diese Bewerber haben sich mit ALG II arrangiert. Leider stehen nicht alle unsere Jobs auf unser Internetseite, da das Angebot täglich wechselt. Wir können nur am Wochenende aktualisieren. Da sind manche Stellen schon wieder besetzt.

Außerdem hätte ich nichts dagegen gehabt, wenn unsere Firma auch mit Telefon und Anschrift veröffentlicht worden wäre. Wurde aber nicht gefragt. Interessant war, daß sich daraufhin eine Vielzahl von Bewerbern gemeldet haben, die noch nie von uns gewußt haben. Die Arbeitsagenturen und ARGEN geben den Bewerbern ja auch nicht die Empfehlung, uns zu kontaktieren (da wir ja Leute in Arbeit vermitteln könnten) und Internet hat ja auch nicht jeder. Gut war nur, daß wir Bewerber noch am gleichen Tag in Arbeit bringen konnten. Ansonsten empfehle ich allen(!) mal bei uns über einen längeren Zeitraum mitzukriegen, was sich so in unserem Haus mit den Bewerbern abspielt. Wir verwahren uns jedoch gegen die Äußerung, daß wir "sogenannte Vermittler" sind. Mein Unternehmen ist seit mehreren Jahren erfolgreich am Markt und wir müssen unseren Hintern drehen, um existieren zu können. Wir bekommen nur Geld, wenn wir Leistungen erbringen, was leider bei den Damen und Herren in den Agenturen und ARGEN nicht immer so ist. Die kriegen jeden Monat ihr Geld. Also bitte genauer recherchieren und sich über bestimmte Dinge äußern, wenn man genau weiß, wie es dort wirklich funktioniert.

Christine Reichelt



Da in diesem Schreiben einige Vorwürfe gegen mich erhoben wurden, mußte ich natürlich erwidern, was ich noch am gleichen Tag wie folgt tat:



Sehr geehrte Frau Reichelt,

recht herzlichen Dank für Ihre Zuschrift zu meinem Leserbrief vom 20.10. an die FP, der dort allerdings nicht veröffentlicht wurde. Dort erschien eine Woche später allerdings ein Leserbrief aus den Reihen des Arbeitslosenvereins Schwarzenberg, der aber nicht weniger interessant war.

Ich selbst bin ein wenig ratlos, wieso Sie an mich schreiben. In erster Linie geht es in meinen Leserbrief erneut um die tendenziöse und in meinen Augen demagogische Berichterstattung - wenn man das denn so nennen möchte - der FP. Das in erster Linie wollte ich deutlich machen.

Ihre Anmerkungen "Im großen und ganzen habe ich am Telefon bestätigt", "Das wurde im Artikel leider nicht erwähnt", "Wurde aber nicht gefragt", machen die unsaubere journalistische Arbeit der Damen deutlich. Ausdrücklich schließe ich jedoch am Ende meines Leserbriefs Redaktion und Chefredakteur nicht von der Verantwortung aus. Ein diesbezüglicher "Protestbrief" Ihrerseits - wenn dies denn einer sein soll - hätte also wohl eher an eine andere Adresse als die meinige gehen müssen. Ich bin nur ein Privatmann, der auf einer kleinen Website seine demokratisches Recht der Meinungsfreiheit wahrnimmt. Und wenn Ihnen meine Meinung nicht gefällt, und sie daher eine bessere Recherche meinerseits anmahnen, so verkennen Sie, wer in diesem Fall schlecht recherchiert hat. Ich habe mich nur zu einem Zeitungsartikel geäußert.

Sollten Sie der Meinung sein, daß Ihre Aussagen von der FP nicht richtig wiedergegeben wurden, so haben Sie das Recht auf eine öffentliche Richtigstellung. Meinerseits steht Ihnen meine Website offen, und sollten Sie mir die explizite Genehmigung erteilen, erscheint Ihr Brief umgehend in Verknüpfung mit meinem Leserbrief. Ihre Kontaktdaten habe ich ja bereits am 20.10. veröffentlicht.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Wallmann sen.



Leserbrief an die rz, 30.11.2006

"Hallo Ihr !
Ja die CPS in Chemnitz hat schon Probleme ihre "richtig guten Jobs" an den Mann zu bringen. Um diese endlich zu vermitten zu können, schreiben die jetzt wohl Arbeitsämter und ARGEn an um ihre "richtig guten Jobs" endlich los zu werden. So bekam auch ich nun von meinem Arbeitsamt die Auflage mich bei CPS für einen "richtig guten Job" als Bauhelfer für Abrissarbeiten zu bewerben. Was ich natürlich tat. Allerdings hab ich einen Fehler dabei gemacht.
Mein Hinweis an eine Mitarbeiterin von CPS, dass ich 47 Jahren bin, die letzten zwei Jahrzehnte im Büro gearbeitet habe und mit Rückenproblemen belastet bin, führte sofort zu der Behauptung, daß ich nicht arbeiten will. Ich bekäme sowieso keine andere Arbeit mehr und ich solle doch froh sein, überhaupt diese Arbeit ("richtig guten Job") zu bekommen.
Danach erfolgte durch CPS ein Anruf beim Arbeitsamt mit der Behauptung, ich hätte einen Job abgelehnt. Nun war dem aber gar nicht so. Ich hatte nur auf Probleme hingewiesen. Selbstverständlich werde ich versuchen, diesen Job als Bauhelfer zu meistern - wenn ich es dann nicht schaffe, kann ich mir wenigstens sagen: ich hab es versucht ..."

Anmerkung: Der Leserbriefschreiber möchte nicht, daß sein Name veröffentlicht wird, da er ansonsten Schwierigkeiten befürchtet. rz ist seine Identität bekannt. - K.W.

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