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Mail an Herrn Sonntag, Chef vom Dienst der "Freien Presse Chemnitz", 20.11.2004 - und seine Antwort

Klaus Wallmann sen. || Datum: 24.11.2004

Mail an Herrn Sonntag, Chef vom Dienst der "Freien Presse Chemnitz", 20.11.2004 - und seine Antwort

Am 26.10.2004 sorgte ich mich um den Verbleib meiner Leserbriefe. Seit dem 1. Juni wurde keiner mehr veröffentlicht und auch die üblichen Bestätigungskarten blieben aus. Ich bat daher die Leserbriefredaktion um die Bestätigung des Eingangs.

Bitte an die Redaktion der "Freien Presse Chemnitz"

Nachdem mir Babette Philipp freundlicherweise am 29.10. den Eingang meiner Briefe bis einschließlich des Leserbriefs vom 26.10. bestätigt hatte, hielt ich die Sache für erledigt. Doch bereits der nächste Leserbrief vom 29.10. und die folgenden blieben wieder ohne Bestätigung. Ich wandte mich also an den Chef vom Dienst, um das Problem zu klären. Hier der Text:

Sehr geehrter Herr Sonntag,

am 26.10. bat ich die Leserbrief-Redaktion um Bestätigung des Eingangs meiner Leserbriefe, wobei mir die automatische Lesebestätigung, die Outlook anbietet, ausreichen würde. Am 29.10. erhielt ich einen Brief von Babette Philipp, Redakteurin im Ressort Nachrichten, die mir den Eingang meiner Briefe vom Monat September bis zum 26. Oktober 2004 bestätigt. Das beruhigt mich nun wieder ein wenig, denn zumindest scheinen meine Leserbriefe anzukommen. Daß eine Zeitung, die gerade den Abo-Preis erhöht hat, auf meinen bequemen Ein-Klick-Vorschlag nicht eingeht und statt dessen lieber die Kosten für Arbeitszeit, Papier, Umschlag und Beförderungsdienstleistung zahlt - das war allerdings ein Grund, mich schon wieder zu wundern.

Weitere Bestätigungen blieben bis heute aus. Ich halte es jedoch noch immer für einen Ausdruck der Höflichkeit und des Anstandes, eingehende Briefe und Mails zu beantworten. Zumindest ich verfahre so. In Ihrer Funktion als Chef vom Dienst bitte ich Sie hiermit, daß Problem mit den verantwortlichen Kollegen zu klären.

Ein schönes Wochenende
Klaus Wallmann sen.

Ich bin noch immer der Überzeugung, daß ich mit diesem Anliegen nichts Unmögliches verlangt habe, zumal ich seit mindestens 15 Jahren die FP abonniert habe und mich somit wohl zu den treuen Lesern rechnen kann.
Doch kommen wir zur Antwort von Herrn Sonntag.

Sehr geehrter Herr Wallman sen.,
für Ihre Hinweise zur inneren Organisation unseres Unternehmens danke ich Ihnen herzlich, bitte Sie zugleich diese unserer Verantwortung zu überlassen. Unter anderem aus den von Ihnen angesprochenen Kostengründen ist es uns nicht möglich, einzelne Leser persönlich zu betreuen. Bei nahezu täglichen Einsendungen Ihrerseits, bitten wir Sie zu akzeptieren, dass wir Zusammenfassungen der Beantwortung vornehmen.
Zu dem meinen wir, dass Sie mit Ihrer Homepage für Interessierte gute Möglichkeiten haben, Ihren persönlichen Meinungsaustausch zu führen.
In Ausübung meiner Funktion werde ich mich auch künftig an die Regelungen und Weisungen der Chefredaktion und der Leitung des Unternehmens halten und im Interesse unserer vielen Leser meine entscheidungen abwägen.

Eine schöne Woche
Günter Sonntag

Der erste Satz ist witzig geschrieben, und Herr Sonntag betont auch sogleich die "Verantwortung" der FP. Ich hoffe für die Zukunft, daß er sie ernst nimmt.
Im zweiten Satz ignoriert er meinen nahezu kostenlosen Vorschlag zur Bestätigung und baut auf dieser Ignoranz seine "Kostengründe" auf. Sein "persönlich zu betreuen" ist blanke Polemik, denn niemand hat das von ihm gefordert. Nicht mal ich in meinen kühnsten Träumen.
Die Behauptung von "nahezu täglichen Einsendungen" ist schlichtweg falsch recherchiert, ich habe es nachgerechnet, und jeder kann es auf dieser Site überprüfen. Die Leserbrief-Redaktion erhält durchschnittlich jeden zweiten Tag einen Leserbrief von mir. Mehr ist mir beim besten Willen nicht möglich, da es neben der FP auch noch Themen gibt, die in ihr nicht auftauchen.
Die Bitte um Akzeptanz einer zusammenfassenden Bestätigung (die unterstellte "Beantwortung" habe ich nie verlangt), richtet Herr Sonntag mit dieser Mail zum ersten Mal an mich. Natürlich reicht mir auch dies, wobei es nicht schlecht gewesen wäre, wenn er mir den geplanten Rythmus mitgeteilt hätte: wöchentlich, 14-tägig, monatlich, halbjährlich ...

Der folgende Satz - wobei ich erfreut zur Kenntnis nehme, daß Herr Sonntag diese Website kennt - scheint mir klarmachen zu sollen, daß meinen Leserbriefen der Zugang zum Leserforum der FP auch in Zukunft verwehrt bleibt, wobei ich hoffe, daß ich mich irre. Doch hier scheint er etwas mißzuverstehen bzw. in seinem Sinne zu deuten. Auch wenn jeder Leserbrief eine persönliche Meinung ausdrückt, so ist das Senden dieser an die FP, natürlich in der Hoffnung auf eine Veröffentlichung im Leserforum, keineswegs für den "persönlichen Meinungsaustausch" gedacht. Diese Intention verfolgt nicht einmal diese Website, auch wenn mich natürlich ab und an Anfragen zu bestimmten Beiträgen erreichen. Noch weniger kann dies für das Leserforum der FP gelten, denn ein "Austausch" von Meinungen findet dort offensichtlich nicht statt. Es geht "nur" um die Veröffentlichung von Meinungen zu bestimmten Themen, meist aufgrund von Artikeln der FP.

Der letzte Satz ist der einzige, der in keiner Weise zu kritisieren ist, denn an die Regeln und Weisungen des Chefs muß sich schließlich jeder von uns halten.
Aber ich möchte Herrn Sonntag und seine Chefs noch einmal darauf aufmerksam machen, daß auch ich einer der "vielen Leser" seiner Zeitung bin, und ergänzen, daß viele FP-Leser auch zu denen dieser Site gehören. Warum Herr Sonntag nicht einen der 90 Leserbriefe, die ich seit dem 01.06.2004 an die FP geschrieben habe, für der Veröffentlichung wert hielt - auch das ist eine Entscheidung, die in seiner Verantwortung liegt. Schließlich ist die Presse frei.

Klaus Wallmann sen.

P.S. Zugleich mit der Mail von Herrn Sonntag erhielt ich heute eine weitere, in der ich folgenden Satz fand: "Im übrigen sollte ein Jeder sich an seinen Kritikern messen, dann würde hierzulande zwar nicht alles, aber Vieles besser."

Ich habe Herrn Sonntag die Möglichkeit einer Gegendarstellung, die ich auf dieser Site veröffentlichen würde, eingeräumt.

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